Verhütung ist ein Menschenrecht !

Kostenfreie Verhütungsmittel für bedürftige Passauer*innen

pro familia Niederbayern e.V. hilft mit Pille und Spirale und Co.

Stärkung der Verhütungsberatung von pro familia Niederbayern e.V.

Recht auf sichere Verhütungsmethoden

In Deutschland hängt die Möglichkeit zur Empfängnisverhütung vom finanziellen Status ab. Wer arm ist oder nur über ein geringes Einkommen verfügt, kann sich zuverlässige und individuell passende Verhütung oft nicht leisten. Dabei handelt es sich bei dem Zugang zu möglichst sicherer und bezahlbarer Verhütung um ein Menschenrecht, das für alle Menschen gilt. Wird es Menschen verwehrt, so hat das unmittelbare Auswirkungen auf alle anderen Bereiche des Lebens, etwa den Zugang zu Bildung, zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit und die Planbarkeit der Zukunft.

Eine Gesetzesänderung ist dringend notwendig.

Bundeseinheitliche Regelung lässt auf sich warten

Bis 2003 war es nach damaliger Rechtslage noch möglich, dass der Staat aus Sozialhilfemitteln die Kosten für die Pille oder die Spirale übernimmt. Mit Inkrafttreten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes (GMG) am 1. Januar 2004 sind Hartz-IV-Empfänger benachteiligt.

Sie haben nicht mehr die Möglichkeit, die Kostenübernahme ärztlich verordneter Verhütungsmittel zu beantragen. Ihre Verhütungsmittel wie beispielsweise die Pille für durchschnittlich 18 Euro / Monat)  oder die Spirale, für die 120 € bis 400 € gezahlt werden müssen, müssen  Geringverdiener und Mittellose selbst zahlen.

Mehrere Studien sowie Befragungen unter pro familia Beratungsstellen belegen, dass Frauen zunehmend aus finanziellen Gründen zu billigeren und weniger sicheren Verhütungsmitteln wechseln oder sogar ganz auf Verhütung verzichten, obwohl für Frauen in prekärer finanzieller Situation die Verhütung einer Schwangerschaft eine große Bedeutung hat.

Frauen, die ungewollt schwanger werden, geben zunehmend an, kein Geld für Verhütungsmittel zu haben.

Deshalb fordert pro familia, dass Arbeitslosengeld II- und Sozialgeld-Empfänger Verhütungsmittel gezahlt bekommen.

Menschen sollen selbst entscheiden können, wie viele Kinder sie haben möchten und zu welchem Zeitpunkt, unabhängig von ihrem Einkommen.

Ob eine finanziell schwache Frau Zugang zu kostenlosen Verhütungsmitteln hat, hängt stark davon ab, wo sie wohnt. Ein bundeseinheitliches Gesetz fehlt.1

Pille:
ca. 4,50 bis 20 Euro monatlich je nach Präparat und Packungsgröße
 
Verhütungsring:
16 bis 23 Euro monatlich je nach Präparat und Packungsgröße
 
Kupferspirale*:
120 bis 300 Euro (einschließlich Einlage); Verhütung für ca. 3 bis 5 Jahre
 
Hormonspirale*:
250 bis 400 Euro (einschließlich Einlage); Verhütung für ca. 5 Jahre
 
Implanon:
300 bis 350 Euro (einschließlich Einlage) Verhütung für ca. 3 Jahre
 
Diaphragma:
ca. 38 bis 65 Euro (je nach Präparat und Kosten für Anpassung)
 
Sterilisation Frau:

ca. 500 Euro und Narkose

Sterilisation Mann: ca. 450 Euro
Kondom:

(10 Stück) 6 bis 11 Euro

* Zusätzliche Kosten durch halbjährliche Ultras

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Unterschiedliche Handhabung je nach Wohnort

Auch ohne bundesweite gesetzliche Regelung haben einige Bundesländer die Bedeutung und den Bedarf gesehen und sich ausdrücklich für die Beibehaltung einer Hilfe zur Familienplanung entschieden, in Baden-Württemberg und Berlin wird sie nahezu flächendeckend gewährt. Auch gibt es Kommunen, die nach früherer Ablehnung  den Zugang zu kostenlosen Verhütungsmitteln inzwischen wieder hergestellt haben, so zum Beispiel Bremen und modellhaft in Mecklenburg-Vorpommern.1

Überall erfolgt die Kostenübernahme ohne verbindliche Rechtsgrundlage und damit auch ohne Rechtsanspruch der betroffenen Frauen

Auch in Bayern gibt es mittlerweile eine große Zahl an Städte und Kommunen, die auf den Bedarf mit reagiert haben.

Sie wollen wissen, ob es in ihrer Stadt oder ihrem Landkreis schon eine Möglichkeit der Kostenübernahme gibt ?

 

Sprechen Sie uns in der Beratung darauf an

Unabhängig von einzelnen kommunalen Unterstützungangeboten bleibt der Zugang zu Verhütung für Menschen mit geringem Einkommen auch weiterhin eine Frage des Wohnortes.

1= Factsheets "Kostenfreie Verhütungsmittel  für Menschen mit geringem Einkommen"

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Ein unabhängiges Evaluationsinstitut wertete die Daten des Modellprojektes aus, die über die gesamte Projektdauer hinweg zusammengetragen wurden.

Die Nachfrage war mit 4.480 Kostenübernahmen und 4.751 Beratungsgesprächen in den vier Kernquartalen hoch und verdeutlicht, dass viele Frauen auf Unterstützung bei der Finanzierung von Verhütungsmitteln angewiesen sind.

Für wen konnte der Bedarf festgestellt werden? Welche Verhütungsmittel haben die Frauen nachgefragt? Wie haben sie die Verhütungsberatung angenommen? Welche Barrieren wurden identifiziert?

Im Sinne des Menschenrechts auf Familienplanung braucht es in Deutschland eine bundesweit einheitliche Lösung zur Kostenübernahme von Verhütungsmitteln für Frauen mit wenig Geld.

Eine Kostenübernahme sollte dabei alle verschreibungspflichtigen Verhütungsmittel und die dafür notwendigen ärztlichen Leistungen abdecken.

Der Zugang sollte niedrigschwellig, unbürokratisch und stigmatisierungsfrei sein. Dazu gehört auch der Zugang zu qualitativ hochwertigen Informationen und Beratung.

Bildnachweis:  Voyagerix

Kontakt:
pro familia Niederbayern e.V.
Leopoldstrasse 9
94032 Passau

Tel: 0851 - 53121
Fax: 0851 - 7561484
passau@profamilia.de
www.profamilia-niederbayern.de

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