profamilia Niederbayern e.V. - Newsletter

Liebe Mitglieder, liebe Leser*innen,

das Jahr ist schon fast wieder vorüber und manch eine*r freut sich angesichts der noch immer andauernden Ausnahmesituation, die für viele bereits zur Gewohnheit wurde, wohl auch darüber. Sicherlich hoffen wir alle darauf, dass wir im nächsten Jahr weitestgehend zur Normalität zurückkehren können – vielleicht sogar mit der ein oder anderen Verbesserung, die wir aus der Situation mitnehmen können.

Mit dem letzten Newsletter in diesem Jahr möchten wir euch noch einmal einen Überblick über die wichtigsten Neuigkeiten und Entwicklungen rund um pro familia Niederbayern geben, bevor wir euch ins Neue Jahr verabschieden. Wir wünschen euch allen schon mal viel Spaß beim Lesen – vielleicht ja sogar bei einer Tasse heißer Schokolade, Glühwein oder leckeren Plätzchen – ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bleibt´s gsund!

Neueröffnungsfeier

In unserem letzten Newsletter haben wir eine Neueröffnungsfeier angekündigt. Diese möchten wir natürlich auch gerne weiterhin abhalten. Da momentan die Infektionszahlen wieder sehr hoch sind und uns die noch nicht absehbaren Folgen der Omikron-Variante Sorgen bereiten, möchten wir mit der Feier noch etwas warten, schließlich geht Gesundheit vor. Sobald wir Näheres zu Termin und Ort der Feier wissen, informieren wir euch natürlich sofort darüber.

Bis dahin vertrösten wir euch mit Bildern unserer neuen, fertigen Räumlichkeiten:

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Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Rund um dem 25. November, dem „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“, richtete der Aktionskreis „Nein zu Gewalt an Frauen“ in Passau wieder zahlreiche Veranstaltungen aus. Wir von pro familia waren dabei natürlich sowohl bei den Vor- als auch bei den Nachbereitungen dabei und beteiligten uns zusätzlich mit einem Vortrag zum Thema aktiv am Aktionstag.

Dabei wurde die Fachstelle Täterarbeit häusliche Gewalt vorgestellt, die am 1. Dezember ihren einjährigen Geburtstag feiern konnte. Mit dem Aufbau dieser Fachstelle setzt pro familia einen weiteren Baustein der Istanbul Konvention um. Die Istanbul Konvention ist ein völkerrechtlicher Vertrag, in dem sich die Staaten verpflichtet haben, Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu bekämpfen. Täterarbeit zielt in aller erster Linie darauf ab, gewalttätiges Verhalten zu beenden und Verhaltensveränderungen zu ermöglichen. Damit verstehen wir unsere Arbeit selbstverständlich auch als Opferschutz. Wie wichtig das ist, zeigen die Zahlen der neuen Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2020: die Gewaltdelikte in Partnerschaften sind erneut angestiegen – und zwar um knapp 5 % im Vergleich zum Vorjahr auf über 148 000. Die Zahlen werden zwar erst seit 2015 erfasst, dennoch zeichnet sich seither jedes Jahr ein weiterer Anstieg der Delikte ab.

Um Aufmerksamkeit für dieses Problem zu erzeugen, setzte der Aktionskreis ein öffentlichkeitswirksames Zeichen mit einer Mahnwache, die am 26. November in der Passauer Fußgängerzone abgehalten wurde. Dabei wurden 150 Kerzen entzündet, die symbolisch für die ungefähre Anzahl der Frauen standen, die jedes Jahr in Deutschland durch ihren Partner oder Ex-Partner ermordet werden. Mit den 150 Kerzen wurde den Opfern gedacht und Sichtbarkeit für ein Thema geschaffen, dass in unserer Gesellschaft noch viel zu oft ein Tabu darstellt. Dabei kommt häusliche Gewalt in jeder sozialen Schicht vor. Laut den Hellfeldzahlen des BKA wird in Deutschland alle 40 Minuten eine Frau durch häusliche Gewalt geschädigt. Gegen dieses frauenverachtende Verhalten konnten wir, auch durch die gute Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen der hiesigen Träger im Aktionsbündnis, klar Position beziehen.

Koalitionsvertrag

Am 26.September 2021 hat Deutschland eine neue Bundesregierung gewählt. Nach ersten Sondierungsgesprächen ist mittlerweile klar, dass die Ampel-Koalition aus SPD, Grüne und FDP die nächsten 4 Jahre unsere Regierung stellt. In ihrem Koalitionsvertrag stellen die Parteien ihre Pläne für diese Zeit vor. Aus Sicht von pro familia sind hierbei einige wünschenswerte Vorhaben aufgelistet. So soll §219a StGB endlich gestrichten werden. Zudem heißt es: „Wir setzen eine Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin ein, die Regulierungen für den Schwangerschaftsabbruch außerhalb des Strafgesetzbuches sowie Möglichkeiten zur Legalisierung der Eizellspende und der altruistischen Leihmutterschaft prüfen wird.“

Auch für queere Menschen soll es einige Verbesserungen geben. So soll das „Transsexuellengesetz“ abgeschafft werden und durch ein „Selbstbestimmungsgesetz“ ersetzt werden. Änderungen des Geschlechtereintrags im Personenstand sollen per Selbstauskunft erfolgen können. Außerdem wird eine vollständige Kostenübernahme geschlechtsangleichender Behandlungen durch die Gesetzlichen Krankenversicherungen angestrebt. Zuletzt soll ein Entschädigungsfonds für Trans- oder Interpersonen eingerichtet werden, „die aufgrund früherer Gesetzgebung von Körperverletzungen oder Zwangsscheidungen betroffen sind“.

Daneben gibt es eine Reihe weiterer wichtiger Vorhaben im Koalitionsvertrag:

- Geschlechtsspezifische und homosexuellenfeindliche Beweggründe werden explizit in den Katalog der Strafzumessung des § 46 Abs. 2 StGB aufgenommen

- Polizeiliche Erfassung queerfeindlicher Hassverbrechen

- Prüfung eines vollständigen Verbots von Konversionsbehandlungen an Erwachsenen

- Einrichtung eines ressortübergreifenden, nationalen Aktionsplans für Akzeptanz und Schutz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt

- Stärkere familienpolitische Verankerung von Regenbogenfamilien

- Abschaffung des Blutspendeverbots für Trans-Personen und Männer, die Sex mit Männern haben

- Sicherere Unterbringung und Überprüfung von Asylverfahren queerer Verfolgter

- Ergänzung des Gleichbehandlungsartikels Art. 3 Abs. 3 GG um ein Verbot der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität sowie Ersetzen des Begriffs „Rasse“

All diese Vorhaben begrüßt pro familia. Mit der Umsetzung dieser Pläne könnten einige wichtige Schritte hin zu mehr Selbstbestimmung, besseren reproduktiven Rechten und zu einer diskriminierungsfreieren rechtlichen Lage in Deutschland getan werden. Damit dies möglich wird, setzen wir uns natürlich auch weiterhin dafür ein, dass den Worten Taten folgen und die Vorhaben auch tatsächlich umgesetzt werden.

up2you - Update

Unsere Beratungsstelle up2you - Leben. Lieben. Selbstbestimmt. mit ihren Angeboten für queere Menschen und ihre Angehörigen ist gut angelaufen. So begleiten wir seit dem Sommer queere Menschen auf ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben und unterstützen sie dort, wo sie Hilfe brauchen. Nun wurde der Förderzeitraum, der ursprünglich nur bis März 2022 angesetzt war, ausgeweitet, und wir haben vom Freistaat Bayern eine Förderzusage über das ganze Jahr 2022 erhalten. So erhalten wir zusätzliche Planungssicherheit und können weiter daran arbeiten, die Versorgung queerer Menschen in Niederbayern zu verbessern. 

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Landkreis Passau kürzt unsere Zuwendungen

Leider sind nicht alle unsere Nachrichten gut. So hat der Landkreis Passau seine freiwilligen Zuwendungen an unsere Lebensberatungsstelle von 4.200€ auf nur 2.450€ gekürzt. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Stadt Passau ihre Fördermittel nicht weiter erhöht. Damit fehlen uns wichtige finanzielle Mittel, die wir zur Aufrechterhaltung unseres vielfältigen Angebots benötigen.
Daher möchten wir euch auch um eure Mithilfe bitten. Mit jeder noch so kleinen Spende wird ein wichtiger Schritt dafür getan, dass pro familia die Qualität ihrer Beratungsstellen beibehalten kann. So kann sichergestellt werden, dass wir allen unseren Klient*innen genau die Hilfe zukommen lassen, die sie in ihrer individuellen Situation benötigen.

Vielen Dank für eure Mithilfe.

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Bildnachweis: fotolia, pixabay

Kontakt:
pro familia Niederbayern e.V.
Bahnhofstrasse 24
94032 Passau

Tel: 0851 - 53121
Fax: 0851 - 7561484
passau@profamilia.de
www.profamilia-niederbayern.de

Spendenkonto:

Sparkasse Passau

IBAN: DE96 7405 0000 0240 0068 90

BIC: BYLADEM1PAS

pro familia ist Mitglied der International Planned Peaenthood Federation (IPPF) und im Paritätischen Wohlfahrtsverband