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Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafgesetzbuch !

Aufruf zur Beteiligung an den bundesweiten Aktionen am Internationalen Aktionstag zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen am 28.9.2019 und in der

Aktionswoche für sexuelle Selbstbestimmung vom 21.-28. 09. 2019.

Die meisten Menschen denken, dass Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland problemlos möglich sind. Dies trifft jedoch nicht zu. Bundesweit wird das Recht auf selbstbestimmte Familienplanung und die sexuelle Selbstbestimmung angegriffen:

Trotz vielfältiger Proteste bleibt das Verbot zum Schwangerschaftsabbruch mit dem §218/219 bestehen. Die Entscheidung der Frau* die Schwangerschaft abzubrechen wird weiterhin kriminalisiert und gesellschaftlich geächtet.

Auch nach der völlig unzureichenden Änderung des § 219a StGB aufgrund des Drucks einer breiten zivilgesellschaftlichen Kampagne bleiben die Möglichkeiten für öffentliche ärztliche Informationen über den Schwangerschaftsabbruch eingeschränkt. Noch im Juni wurden zwei Ärztinnen zu insgesamt 4000 Euro Strafe verurteilt, weil sie ihrer Internetseite darüber informieren, dass ein "medikamentöser, narkosefreier" Schwangerschaftsabbruch "in geschützter Atmosphäre" zu ihrem Leistungsspektrum gehört.

Gesetzgeber und Bundesländer ignorieren die Realität

Das flächendeckende Angebot von Ärzt*innen oder Kliniken, die Abbrüche durchführen, ist bundesweit nicht erfüllt. Auch die Wahlmöglichkeit für die Abbruchmethode ist nicht gesichert. Beratungsstellen und Arztpraxen werden von Abtreibungsgegner belagert.

Die derzeit bestehende bundesgesetzliche Regelung der §§218ff wird durch Entscheidungen kommunaler Krankenhausträger, an ihren Gesundheitseinrichtungen keine Schwangerschaftsabbrüche zu erlauben, unterlaufen und ein sicheres medizinisches Angebot dadurch künstlich verknappt.

Statt endlich für eine flächendeckende medizinische Versorgung für Frauen* mit Abbruchwunsch zu sorgen, wird jede Menge Geld für eine Studie verschwendet, die nur zeigen kann, was schon längst in unzähligen Studien empirisch belegt wurde:

Ein Schwangerschaftsabbruch ist kein Auslöser für psychische Probleme.

Laut neueren Studien leiden Frauen*, denen der Abbruch verwehrt wurde, sogar häufiger unter psychischen und anderen gesundheitlichen Problemen als jene, die einen Abbruch durchgeführt haben. Das Beenden einiger Schwangerschaften ist in allen Gesellschaften und zu allen Zeiten üblich und unumgänglich.

Sexuelle und reproduktive Rechte sind weltweit in Gefahr!

 

Fundamentalistische Christ*innen und konservative sowie rechte Parteien in Deutschland und anderen Ländern haben das Thema Schwangerschaftsabbruch ganz oben auf ihre Agenda gehoben, um damit rechte, konservative Politik durchzusetzen. Sie fordern somit kirchliche bzw. staatliche Kontrolle über Frauen*körper.                 

Sie präsentieren sich oft als Schützer*innen von behindertem Leben, um Feminist*innen moralisch zu diskreditieren, bei genauerem Hinschauen entpuppt sich dieser vorgebliche Lebensschutz jedoch sehr selektiv.

Nicht nur in Deutschland erleben wir diese Angriffe auf körperliche Selbstbestimmung, auch international machen verschärfte Abtreibungsgesetze Schlagzeilen:

In Alabama/ USA sind nur noch Abbrüche aufgrund akut gesundheitsbedrohlicher Situation legal, in Texas wird erneut die Einführung der Todesstrafe diskutiert.

In Italien und der Türkei gelten zwar vergleichbare Regelungen wie in Deutschland, aufgrund des politischen Drucks hat jedoch auch hier die Zahl der Ärzt*innen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen massiv abgenommen.

Auch in Deutschland hat die Zahl der Ärzt*innen und Kliniken in den letzte 10 Jahren um 40% abgenommen.

Weltweit sterben jährlich mind. 22.800 Frauen an den Folgen medizinisch unsicherer Schwangerschaftsabbrüche

Zugang zu einem sicherem Schwangerschaftsabbruch ist Gesundheitsvorsorge, Ärzte ohne Grenzen e.V. sprechen von einer "übersehenen Gesundheitskrise".

Das Recht auf den Schwangerschaftsabbruch ist elementarer Bestandteil der sexuellen Selbstbestimmung und muss weiter erstritten werden.

Denn wenn etwas schädlich für Schwangere ist, dann ein illegalisierter Schwangerschaftsabbruch unter heiklen Bedingungen und die gesellschaftliche Verurteilung eines Schwangerschaftsabbruches als Stigma und Straftat, wie aktuell in Deutschland und vielen anderen Ländern.

Dem wollen wir unseren Widerstand entgegensetzen:

Am 28. September ist der internationale Aktionstag zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Weltweit wird für die reproduktiven Rechte demonstriert auf die Straße gegangen.

Wir rufen unsere Mitgliedsverbände und jedes einzelne pro familia Mitglied dazu auf, am 28. September gemeinsam auf die Straße zu gehen, um für die sexuelle Selbstbestimmung zu kämpfen:

Einzig Frauen* steht das Recht zu, zu bestimmen, ob sie eine Schwangerschaft weiterführen wollen!

Wir lassen uns unsere Selbstbestimmung von Choice-Gegner*innen, Konservativen und Rechten nicht nehmen!

Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafgesetzbuch!

Keine Straftat, kein Stigma!

Kontakt:
pro familia Niederbayern e.V.
Leopoldstrasse 9
94032 Passau

Tel: 0851 - 53121
Fax: 0851 - 7561484
passau@profamilia.de
www.profamilia-niederbayern.de

Spendenkonto:

Sparkasse Passau

IBAN: DE96 7405 0000 0240 0068 90

BIC: BYLADEM1PAS

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